Du rauchst wieder
Neulich.
Da hab ich dich wieder getroffen.
Blass hast du ausgesehen.
Und durchsichtig.
Fast.
Als würdest du abbrechen.
Die dicke Farbe um deine Augen.
Und der grelle Lippenstift.
Sie ließen dich zerbrechlich aussehen.
Fragil.
Wir haben nicht viel geredet.
Nein.
Aber du hast geraucht.
Eine nach der anderen.
Die meisten schon wieder abgedämpft.
Bevor du sie ganz ausgeraucht hattest.
Deine Stimme hat brüchig geklungen.
Als wolltest du gleich weinen.
Aber du bist in Ordnung.
Hast du gesagt.
Ganz toll geht es dir.
Und wie ich dich so ansah.
Da auf dem Tisch.
Ganz verloren.
Da glaubte ich dir das nicht…
Ich bekam dich nicht aus dem Kopf.
Natürlich hatte ich es gehört.
Du bist wieder solo.
Er.
Deine große Liebe.
Er hat dich verlassen.
Dabei warst du dir so sicher!
Diesmal passt es!
Hast du verkündet.
Lautstark.
Er ist der Richtige.
Und für ihn.
Da hörst du zu rauchen auf.
Du hast es getan.
Wirklich.
Aber nur solange er da war.
Dein Traummann.
Dein „Mr. Big“.
So hast du ihn genannt.
Wenn du von ihm geredet hast.
Nun ist er wieder weg.
Ob er schon eine andere hat?
Oder ob er einfach genug hatte?
Von deinen Essstörungen.
Mal tagelang nichts essen.
Dann wieder den Kühlschrank leer futtern.
Von deinen Launen.
Deswegen.
Du musst nicht dünn sein.
Das hat er dir gesagt:
Das hat er dir gepredigt.
Immer wieder…
Aber du wolltest dünn sein.
Für ihn.
Und schön sein.
Und für ihn.
Hast du zu rauchen aufgehört…
Dein roter Lippenstift.
Dein Mund sieht aus wie eine Wunde.
Eine Wunde der Seele.
Aus der du blutest.
Beständig.
Du suchst die Liebe.
Und du tust alles.
Für die Liebe.
Nur nicht du selbst sein…
Du vergisst auf dich.
In der Liebe.
In dem was du für Liebe hältst.
Du hast ihn so geliebt.
Als ihr noch beisammen wart.
Du hast gestrahlt.
An seinem Arm.
Und du warst wunderschön.
Nur deine Augen.
Seltsam glanzlos.
Und nun rauchst du wieder.
Damit es deinen Schmerz stillt.
Während du auf der Suche bist.
Wieder einmal…
Vivienne/Feuerlilie